Offenes Club-Meeting am 08.06.2021

Vortragende: Philosophin Dr. Magadalena Hoffmann von der Universität Luzern. Thema: Arroganz ein unterschätztes Hindernis gelungener Arbeitsbeziehungen

 

Arroganz ist unmoralisch! Das ist das kurzgefasste Fazit des Vortrags. Arroganz ist ein Phänomen der Arbeitswelt, das befördert durch starre Hierarchien und Privilegien, verantwortlich ist für ein schlechtes Arbeitsklima, eine unzureichende Performance und vor allem für einen Reputationsschaden bei Kunden. Arrogantes Verhalten ist geringschätzend, respektlos und bisweilen diskriminierend. Wer meint, alles besser zu wissen, Entscheidungen eigenmächtig fällt, nicht kommuniziert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klein macht, unterbricht, ihre Leistungen nicht anerkennt und Ideen anderer öffentlich kritisiert, der missachtet das ungeschriebene Gesetz, dass wir als Gleiche allen ein respektvolles Verhalten schulden. Arroganz ist ein Laster, es gibt keinen Grund, Arroganz zu tolerieren. Mentoren sind gefordert, junge Menschen bei der Gratwanderung zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz zu unterstützen, sich nicht durch vordergründige Erfolge blenden zu lassen und selber in die Falle der Arroganz zu gehen. Denn oft inszenierte Arroganz, zunächst aus Unsicherheit oder Überschätzung, wird zur Gewöhnung. Die Möglichkeiten sich gegen arrogantes Verhalten zu stellen, sind jedoch im beruflichen Alltag schwer umzusetzen. Ignorieren oder dezent dagegenhalten oder selber ein bestimmtes zugewandtes Verhalten ablegen, muss jede und jeder für sich entscheiden. Wenn wir aber Arroganz als Laster erkennen, sind wir stärker im eigenen Auftritt und sie können sie uns auf Distanz halten.

In einer angeregten Frage- und Diskussionsrunde aller 50 Teilnehmerinnen kamen viele persönliche Erfahrungen mit Arroganz zur Sprache und es zeigte sich, dass die These in der Realität gespiegelt wird. Ein Vortrag, der den Nerv getroffen hat.

 




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